Anerkennung des Regionalen Gesundheitsnetzes Leverkusen eG
als KVNo-zertifiziertes Praxisnetz in Nordrhein

Zum 01.06.2019 erteilte uns die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) die Anerkennung unserer Ärztegenossenschaft als zertifiziertes Praxisnetz nach §87b Abs. 4 SGBV in der Stufe 1.

Mit der Erfüllung aller an uns gestellten Anforderungen und Kriterien, wird das Regionale Gesundheitsnetz Leverkusen als besonders förderungswürdig anerkannt.

Somit kann das Regionale Gesundheitsnetz Leverkusen eG die Qualität und Effizienz der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung weiter vorantreiben und neue Versorgungsprojekte für die Region in Angriff nehmen.

Unser Ziel ist sowohl die verbesserte koordinierte und kooperative Versorgung als auch die verbesserte Umsetzung von Versorgungsstrukturen. In konkreter Planung steht die Überlegung zu Stadtteilpraxen in direkter Kooperation mit der Ärztegenossenschaft. Denn: Immer mehr junge Ärzte und Psychotherapeuten wollen heute nicht mehr ihre eigene Praxis führen, zu groß ist ihnen u.a. das Unternehmerrisiko bei einer Praxisgründung bzw. Übernahme.

In einem Verbund über die Ärztegenossenschaft finden Ärzte geregelte Arbeitszeiten vor und haben die Möglichkeit, sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit arbeiten zu können. Gerade jungen Ärzten ist die sogenannte Work-Life-Balance zunehmend wichtig. Für ältere Ärzte bedeutet das Arbeiten in einem Netz-Verbund, dass sie ohne großes Risiko und ohne organisatorische Verantwortung noch etwas länger arbeiten und auch leichter eine Nachfolgeregelung im Netz-Verbund realisieren können.

Ein weiterer Aspekt, der für einen Netz-Verbund spricht ist, dass jungen Ärzten die Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermöglicht wird und ihnen zugleich ein enger und kontinuierlicher Austausch unter Fachkollegen jeden Tag zur Verfügung steht.

Die Gründung von Versorgungs-Netzen orientiert sich an den Bedarfen der heutigen Zeit und bietet die Chance, die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung auch in Zukunft zu gewährleisten.

„Für uns ist die wohnortnahe ambulante Versorgung in der Fläche ein Grundanliegen“, sagt Dr. Manfred Klemm, Vorstand des Regionalen Gesundheitsnetzes Leverkusen eG. „Der Wildwuchs an gewinnorientierten medizinischen Zentren muss durch den Fokus auf vernetzte patientennahe Versorgung ein Gegengewicht erhalten. Hierfür steht unsere Ärztegenossenschaft seit der Gründung im Jahr 2006.“

Innovationsfonds unterstützt Projekt für mehrfach erkrankte Patienten
Förderzusage für Mambo

Leverkusen, 29. März 2017: Mehr Patientennähe, mehr Zeit für ärztliche Beratung, mehr Übersicht über aktuelle Behandlungen und mehr Struktur in den Abläufen: Das Projekt Mambo verfolgt viele Strategien, um optimale Rahmenbedingungen für Patientinnen und Patienten zu schaffen. Für diese neue Versorgungsform bekommen die beteiligten Partner Fördermittel aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Mambo steht für „Menschen ambulant betreut, optimal versorgt“.
Ziel des Projektes ist eine optimierte Strukturierung der Abläufe – zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Damit Ärztinnen und Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten haben, übernimmt Mambo Aufgaben der Praxisorganisation, wie etwa die Koordination von Terminen und Patientenschulungen. Ein Mehr an Patientennähe wird erreicht durch Fachkräfte, die die Patienten zu Hause oder im Heim aufsuchen. Weiterhin gibt es eine elektronische Netzakte, die die Kommunikation der Mediziner erleichtert. So werden ärztliche Praxen entlastet. „Ein Vorteil für Patienten: Betroffene werden sogar daheim beraten und betreut.

Gemeinsam stark
Die pronova BKK führt das Programm mit dem Regionalen Gesundheitsnetz Leverkusen eG, dem Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln durch. Alle Akteure prüfen regelmäßig die Abläufe und Strukturen des Programms, um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess voranzutreiben.

„Multimorbide Patienten leiden gleichzeitig an mehreren Krankheiten. Viele dieser Patienten sind außerdem in ihrer Mobilität eingeschränkt. Die Behandlung ist daher anspruchsvoll: In der Regel sind verschiedene Fachärzte beteiligt“, erklärt Dr. Manfred Klemm, Vorstandsvorsitzender Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen. Der Besuch aller Fachärzte sei für mobilitätseingeschränkte Patienten häufig schwierig zu realisieren. „Die Vielzahl der beteiligten Ärzte stellt hohe Anforderungen an die Abstimmung der Behandlung: Therapien und Medikationen müssten sinnvoll miteinander kombiniert werden. Die große Komplexität erschwert den Austausch der Ärztinnen und Ärzte untereinander. Hier kann Mambo Abhilfe schaffen“, so Klemm.

Das Projekt startet diesen Sommer und endet Mitte 2020. Die Ergebnisse werden von der Universität zu Köln wissenschaftlich evaluiert.
Die Teilnahme ist für Ärzte und Patienten kostenlos.

Über den Innovationsfonds
Der Innovationsfonds fördert die Integrierte Versorgung und die Versorgungsforschung in Deutschland. Er beruht auf dem 2015 verabschiedeten GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Bis 2019 stellt die Politik einen mit jährlich 300 Mio. Euro ausgestatteten Fonds zur Verfügung. Ziel des Innovationsfonds ist der Gewinn innovativer Versorgungsformen.

Von ca. 800 Anträgen wurden 91 Förderbescheide zugestellt (Schwerpunkte: Versorgungsforschung und "Neue Versorgungsformen")