Archiv 2008 04.05.2008

eingestellt von Dr. med. Wolfgang Hübner

 
Bridging –

 

Überbrückung einer oralen Antikoagulation

im Rahmen eines interventionellen Eingriffes

 

 

Nachbearbeitung u. ergänzende Materialien

zum Vortrag von Herrn Prof. Dr.med. H.Omran

 

Veranstaltung v. 11.3.2008

des Regionalen Gesundheitsnetzes Leverkusen

 

(zusammengestellt von:  Dr.med. Wolfgang Hübner)


ÜBERSICHTSARBEIT

Überbrückung der oralen Antikoagulation bei interventionellen Eingriffen
Rupert M. Bauersachs, Sebastian Schellong, Sylvia Haas,
Wiebke Gogarten, Hanno Riess, Heyder Omran
A 1238 Deutsches Ärzteblatt Jg. 104 Heft 18 A 4. Mai 2007
MEDIZIN

 

Die orale Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten ist bei vielen Erkrankungen eine
hochwirksame Maßnahme, um thromboembolische Komplikationen zu verhindern. Bei diesen Patienten
können interventionelle Eingriffe oder Operationen nötig werden, die wegen des Blutungsrisikos nicht unter
der Gabe von Vitamin-K-Antagonisten (VKA) durchgeführt werden können. Wenn VKA abgesetzt
werden, entsteht insbesondere bei Phenprocoumonwegen der langen Halbwertszeit zwangsläufig eine
antikoagulatorische Lücke mit dem Risiko thromboembolischer Komplikationen. Um dieses Risiko zu
reduzieren, wird eine überbrückende Behandlung („Bridging“) mit einem Antikoagulans erforderlich,
das eine wesentlich kürzere Halbwertzeit hat und somit eine verlässliche und kurzfristige Steuerung erlaubt.

Das Grundprinzip der überbrückenden Antikoagulation ist in der Grafik dargestellt.
Das klassische Konzept für die überbrückende Antikoagulation vom Verlassen bis zum Wiedererreichen
des therapeutischen Bereichs der oralen Antikoagulation (OAK) ist die Gabe von unfraktioniertem Heparin
(UFH) mit Dosisanpassung anhand der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (APTT).

ZUSAMMENFASSUNG
Einleitung: Die orale Antikoagulationstherapie (OAK) mit Vitamin-K-Antagonisten verhindert bei vielen Erkrankungen
thromboembolische Komplikationen. Um diesen Schutz bei interventionellen oder chirurgischen Eingriffen zu erhalten,
ist häufig eine vorübergehende Umstellung auf Antikoagulanzien mit kürzerer Halbwertszeit, wie zum Beispiel Heparine,
erforderlich (Bridging). In jedem Fall ist bei Patienten mit Indikation zu dauerhafter Antikoagulation das periprozedurale
Risiko eines Eingriffs größer als bei Patienten mit gleichem Eingriff ohne diese. Methoden:
Übersichtsarbeit nach einer selektiven Literaturauswahl und nach Durchsicht
der aktuellen Leitlinien des American College of Chest Physicians. Ergebnisse und Diskussion:
Wenngleich eine Zulassung für niedermolekulare Heparine für diese Indikation
nicht besteht, ist deren Verwendung sehr viel besser belegt als der Einsatz von unfraktioniertem Heparin.
Bei der Therapieentscheidung für oder gegen ein perioperatives Bridging sind das Thromboembolierisiko und das
Blutungsrisiko gegeneinander abzuwägen. Es gibt einige Situationen, bei denen eine reduzierte Intensität oder eine
Beibehaltung der OAK möglich ist. Nach der aktuellen Studienlage ist Bridging mit niedermolekularem Heparin
mindestens so sicher und wirksam wie mit unfraktioniertem Heparin. Es gibt aber deutliche Vorteile bezüglich Applikation,
Nebenwirkungen sowie Steuerbarkeit, und es reduziert die Hospitalisierungszeit und die Behandlungskosten.



Ein Umstellungsplan sowie eine Patienteninformation und ein Rechner zur Risikoabschätzung sind auf  der von
Prof. Omran herausgegebenen CD "Bridging" enthalten - diese CD ist auf Wunsch über das Gesundheitsnetz Leverkusen
erhältlich



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