Ohne die Basis geht es nicht ... 14.04.2008
eingestellt von Dr. Manfred Klemm
Ohne die Basis geht nichts!Von Sabine Schiner Es war ein guter Plan - zumindest aus Sicht der Ersatzkassen. Sie wollten, um die Versorgung ihrer Versicherten in ganz Oberhessen sicherzustellen, mit einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) kooperieren, sprich, die Verträge aushandeln. Das MVZ selbst sollte dann wiederum mit den niedergelassenen Kollegen in der Region Einzelverträge abschließen. Das Modell hat für die Ersatzkassen viele Vorteile. Sie können den MVZ-Vertretern mehr oder weniger ihre Bedingungen diktieren und müssen sich nicht mit den Wünschen und Honorarforderungen einzelner Haus- und Fachärzte auseinandersetzen. Doch der Plan ist nicht aufgegangen. Hunderte Ärzte haben sich aus Protest zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und Stimmung gegen das Projekt gemacht - mit Erfolg. Das MVZ hat es nicht geschafft, die Versorgung der ganzen Region sicherzustellen. Im Klartext heißt das: Es konnten nicht genügend Verträge mit Niedergelassenen abgeschlossen werden. Das Signal an Krankenkassen und Politiker ist somit eindeutig: Ohne die Basis geht gar nichts, da mag Ärzten noch soviel versprochen werden und das Versorgungsprojekt noch so ambitioniert sein. Haus- und Fachärzte in Nordhessen sollten nun aber Einigkeit und Linie zeigen und sich als starke Verhandlungspartner positionieren. Sie sollten deutlich machen, dass sie nicht nur gegeneinander arbeiten können, sondern auch miteinander. |