Die AOK setzt mal auf die KV, mal sucht sie sich Verbände 18.12.2007
eingestellt von Dr. Manfred Klemm
In Nordrhein steigen KV, Hausärzteverband und drei Primärkassen ins Boot / "Bis zu 5000 Euro zusätzliches Honorar"
Ein Vorteil für die beteiligten Hausärzte sei die extrabudgetäre Vergütung. "Der Hausarztvertrag kann den Kollegen 3500 bis 5000 Euro zusätzliches Honorar im Quartal bringen", sagt Hansen der "Ärzte Zeitung".
Die Hausärzte erhalten für die Betreuung der Versicherten eine Pauschale von vier Euro im Quartal. Hinzu kommt eine Betreuungspauschale von ebenfalls vier Euro für Patienten, die bereits in ein DMP eingeschrieben sind. Für neue DMP-Patienten erhalten die Hausärzte im neuen Hausarztvertrag im ersten und zweiten Quartal nach der Einschreibung 12,50 Euro. Diese Pauschalen fließen zusätzlich zur Vergütung für Leistungen innerhalb der DMP.
Für Patientenbesuche zur Unzeit zahlen die Krankenkassen den Hausärzten 35 Euro. Wird ein Klinikaufenthalt notwendig, erhält der Hausarzt für das telefonische Überleitungsmanagement 18 Euro, für das persönliche Überleitungsmanagement 40 Euro und 81 Euro, wenn er selbst medizinisch notwendige Maßnahmen einleitet.
Neu ist die Schaffung einer Pauschale für die Anleitung von Angehörigen oder Nachbarn für die Pflegehilfe zu Hause. Dafür erhalten die Ärzte bei der Erstverordnung 75 Euro, im Folgequartal 35 Euro. "Mit diesem Vertrag haben wir dem Wunsch der Hausärzte entsprochen, die seit Jahren eine stärkere Steuerungsfunktion in der Versorgung eingefordert haben", sagt Dr. Brigitte Wutschel-Monka, Vorstandsvorsitzende der IKK Nordrhein, die gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg und der Landwirtschaftlichen Krankenkasse NRW Vertragspartner der KV und des Hausärzteverbands ist.
Einen anderen Weg bei Hausarztverträgen hat die AOK Baden-Württemberg eingeschlagen. Sie sucht sich ihre Vertragspartner unter Ärzteverbänden und schließt dabei die Landes-KV ausdrücklich aus. Am 19. Dezember will die AOK in Stuttgart bekannt geben, mit wem sie Vertragsverhandlungen aufnimmt. Im Gespräch sind der Hausärzteverband und Medi. Beide Verbände haben mehr als 5000 Hausärzte in ihren Reihen. Die KV Baden-Württemberg und die KBV haben vor bisher ungelösten Rechtsproblemen gewarnt, falls der Vertrag ohne die Körperschaft geschlossen wird. Dies gelte beispielsweise für den Notdienst.