Es gibt Wege ausserhalb der GKV 25.11.2007
eingestellt von Dr. Manfred Klemm
Es gibt Wege ausserhalb der GKV
Rund 90% der Bevölkerung sind gesetzlich krankenversichert. Die Versorgung (SGB V) beschränkt sich auf das Wirtschaftliche, Angemessene, Notwendige. Zweckmäßige („WANZ"). Gemäß § 63 SGB V sowie § 140 SGB V kann das Leistungsgeschehen auch ohne Kassenärztliche Vereinigung gestaltet werden.
Neue Versorgungskonzepte können mit und ohne KV realisiert werden. Zum Schutz des einzelnen Leistungserbringers, für eine strukturierte Konzeption und für Verhandlungen mit den Krankenkassen sind Genossenschaften als Vertrags- und Managementpartner gefragt, die sich länderübergreifend unterstützen und austauschen.
Auch außerhalb der GKV gibt es Gestaltungsfreiräume im Gesundheitsmarkt: Die Genossenschaften unterstützen, schulen und informieren in Kooperation mit den Berufsverbänden alle Praxen, die auf seriöse Weise IGeL anbieten möchten. Diese Angebote, die für viele Praxen bereits eine Existenz verbessernde Bedeutung haben, müssen weiter ausgebaut werden.
Eine bisher viel zu wenig genutzte Möglichkeit der Patientenversorgung ohne Rationierung ist durch das Kostenerstattungsprinzip gegeben.
Nach § 13 SGB V kann ein Versicherter Kostenerstattung anstelle Sachleistung wählen, wobei ein GKV-Angehöriger eine Honorarabrechnung mit mäßigem GOÄ-Satz erhalten sollte. Alle Ärztegenossenschaften sind über das von der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein aufgelegte Projekt GKV-Plus informiert. Entsprechende Schulungen sollen bundesweit gestartet werden.
Da sich Genossenschaften als Wirtschaftsunternehmungen im Gesundheitsmarkt bewegen können, bieten sie über Partnerverträge möglichst günstig nahezu sämtliche Güter und Dienstleistungen für die Mitgliedspraxen. Zudem können sie den Kostenträgern auch gebündelt Ersparnisse im Bereich der Hilfsmittel anbieten. Hierbei wird für viele Projekte die Geschäftsbeziehung zu Krankenkassen gesucht. Im Verbundsystem der auch wirtschaftlich agierenden Ärztegenossenschaften und mit weiteren freien Verbänden erlangt die Neue-Ärzteschaft eine immer größere Marktmacht.